Die Bahnen in Bonn (und ihr Ersatzverkehr)

Linien ohne Betrieb

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Linien mit Einschränkungen

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Betriebslage geprüft am 19. Oktober 2026

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Chronik — neueste Einträge zuerst

  1. 19. Oktober 2026

    BE66 umfährt den Martini-Markt in Bad Honnef

    Keine Krisenfolge, aber ein anderer Weg für die Ersatzbusse: „Wegen des Martini-Markts in Bad Honnef werden die Busse des Bahnersatzverkehrs BE66 von Montag, 19. Oktober, bis Montag, 26. Oktober, umgeleitet. Ab Dienstag, 27. Oktober, fahren die Busse des BE66 wieder auf der regulären Route durch Bad Honnef.“ An den Haltestellen „Rhöndorf Kapelle“, „Am Brünnele“, „Bad Honnef Post“ und „Am Wolfshof“ sollen Fahrgäste in die Linienbusse der RSVG steigen und bis „Bad Honnef Stadtbahn“ fahren, dort geht es mit dem BE66 weiter. Sonntags fahren die Bahnen der 66 Richtung Bad Honnef wie angekündigt bis „Rhöndorf“, weiter mit dem BE66.

    (SWB Bus und Bahn, 19.10.2026)

  2. 16. Oktober 2026

    Ziel 19. Oktober verfehlt: BE68 bleibt bis auf Weiteres

    Die SWB nimmt ihr Ziel vom 14. Oktober zurück: „Ursprünglich war vorgesehen, den „BE68“ zu Beginn der Herbstferien einzustellen. Nach aktuellem Stand wird der Abschnitt bis auf Weiteres weiterhin mit Bussen bedient.“ Geschäftsführerin Anja Wenmakers: „Nach den aktuellen Erkenntnissen werden uns bis Montag noch nicht ausreichend freigegebene Stadtbahnen zur Verfügung stehen, um den Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf wieder zu bedienen.“ Als Grund nennt die SWB zusätzliche Prüf- und Arbeitsaufwände: Unter anderem müssen die Radscheiben „aufwendig entlackt werden“; bei den aufgearbeiteten Bahnen aus den 1970er Jahren fallen „pro Fahrzeug rund 30 Stunden zusätzlicher Aufwand“ an (Gregor Frohne, Bereichsleiter Schienenfahrzeuge), dazu kommen „längere Lieferzeiten für Spezialwerkzeuge“. Das Team soll „zeitnah mit zusätzlicher externer Unterstützung“ verstärkt werden, den Gesamtaufwand bewertet die SWB neu. „Ein verlässliches Datum für das Ende des Bahnersatzverkehrs zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf kann SWB Bus und Bahn derzeit noch nicht nennen.“ Über den Stand will sie „Anfang der kommenden Woche“ informieren; bis zum Abend des 19. Oktober ist dazu keine Meldung erschienen.

    (SWB Bus und Bahn, 16.10.2026)

  3. 15. Oktober 2026

    Technische Aufsicht antwortet auf die IFG-Anfrage zur Stilllegung

    Die Bezirksregierung Düsseldorf, Technische Aufsichtsbehörde über die Straßenbahnen in NRW, hat am 15. Oktober auf die Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz NRW vom 3. September geantwortet: „zu Ihrem Antrag vom 03.09.2026 auf Zugang zu amtlichen Informationen nach § 4 Abs. 1 IFG NRW übersende ich Ihnen oben angefügtes Dokument.“ Am 14. September hatte die Behörde nur den Eingang bestätigt. Der Anhang ist auf FragDenStaat nicht öffentlich; sichtbar ist nur sein Dateiname, „2026-10-15ablehnungsbescheid.pdf“. Was das Schreiben entscheidet und begründet, ist hier darum nicht wiedergegeben.

    (FragDenStaat, Anfrage 379531, Antwort der Bezirksregierung vom 15.10.2026)

  4. 14. Oktober 2026

    Alle verfügbaren Bahnen der fünften Serie freigegeben: 18, Ziel Ramersdorf am 19. Oktober

    Die SWB meldet: „Das 17. und 18. Fahrzeug der fünften Serie sind wieder auf der Strecke.“ Die „letzten beiden Bahnen aus dieser Baureihe werden vorerst nicht zur Freigabe vorgestellt, weil die Kosten für eine vorherige Reparatur unverhältnismäßig wären.“ Am selben Mittwoch sind „die Unterlagen für die erste bis vierte Serie der B-Wagen bei der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) eingereicht worden“; geplant war, die vierte Serie erst nach der Zweiterstellung (erste bis dritte Serie) zu starten, nun soll „nur noch einen Bescheid“ beantragt werden, um Zeit zu sparen. „Stand heute haben bereits sieben Bahnen den Prozess der wiederkehrenden Prüfungen durchlaufen“, vier weitere seien für diese Woche vorgesehen. Das Ziel: „am 19. Oktober den Ast Hauptbahnhof-Ramersdorf wieder mit Bahnen zu bedienen und den Ersatzverkehr mit Bussen dort einzustellen“, Voraussetzung sind „der entsprechende Bescheid der TAB sowie der erfolgreiche Abschluss der noch ausstehenden Prüfungen in der Werkstatt“. Das letzte Teilstück Ramersdorf–Bad Honnef soll „bis Ende November“ folgen. Das ist ein Ziel, keine Zusage: Bis dahin fahren auf diesen Abschnitten weiter die Busse BE68 und BE66.

    (SWB Bus und Bahn, 14.10.2026)

  5. 12. Oktober 2026

    Linie 66: Bad Honnef an zwei weiteren Sonntagen nur per Bus ab Rhöndorf

    Keine Krisenfolge, aber wieder eine Ausnahme vom Sonntagsbetrieb der 66: Die Kanalarbeiten der Stadt Bad Honnef „schreiten weiter voran“, deshalb „wird die Bahnstrecke zwischen Samstag, 17. Oktober, Betriebsbeginn und Dienstag, 27. Oktober, 3 Uhr gesperrt.“ Weil der Abschnitt nach Bad Honnef werktags ohnehin mit Bussen bedient wird, wirken sich die Arbeiten „lediglich“ auf „Sonntag, 18. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober“ aus: An diesen Sonntagen „enden die von Siegburg/Bonn kommenden Bahnen an der Haltestelle „Rhöndorf““, weiter nach Bad Honnef fährt der BE66. Die Fahrpläne des Bahnersatzverkehrs will die SWB „in Kürze“ veröffentlichen. Die Meldung vom 25. September nannte für diese zweite Sperrung noch „Montag, 17. Oktober“, ein Datum, das 2026 auf einen Samstag fällt; die neue Meldung nennt Samstag, 17. Oktober.

    (SWB Bus und Bahn, 12.10.2026)

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Oktober 2026

  1. 08. Oktober 2026

    Finanzausschuss vertagt die Große Anfrage zur Außerbetriebnahme erneut

    Eigene Abfrage des OParl-Spiegels, keine Pressemeldung. Die Große Anfrage der Ratsgruppe BSW/SBI zur „Außerbetriebnahme von 60 Stadtbahnfahrzeugen der SWB Bus und Bahn“ (Drucksache 261576) stand in der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe am 8. Oktober als TOP 1.1 auf der Tagesordnung. Das Ergebnis im Spiegel: „vertagt“, wie schon am 9. September. Die Sitzung dauerte von 18:02 bis 18:28 Uhr, steht weiter auf „eingeladen“ und führt kein Ergebnisprotokoll. Bei der Abfrage am 14. Oktober führte der Spiegel diesen Tagesordnungspunkt noch nicht; sichtbar ist er seit dem 19. Oktober. Vorbehalt: die Suche greift auf Titel und Drucksachennummer, nicht auf den Volltext.

    (OParl-Spiegel: Finanzausschuss 08.10.2026, abgefragt am 19.10.2026)

  2. 08. Oktober 2026

    Linie 66: Busse zwischen Sankt Augustin und Siegburg nach Kabeldiebstahl

    Keine Krisenfolge, aber wieder Busse auf der 66: „Aufgrund einer dringenden Reparatur an der Signaltechnik entlang der Linie 66 wird am Donnerstag, 8. Oktober, ab zirka 14 Uhr ein Bahnersatzverkehr zwischen “Sankt Augustin Zentrum” und “Siegburg Bahnhof” eingerichtet.“ Als Ursache nennt die SWB „zwei defekte Muffen, welche im Zuge der Instandsetzungsarbeiten nach dem Kabelklau gesetzt worden“. Die Busse fahren im Zehn-Minuten-Takt. „Es ist geplant, dass der Bahnverkehr am Freitag, 9. Oktober, Betriebsbeginn (3 Uhr) wieder aufgenommen wird.“ Ob das gelang, ist hier nicht wiedergegeben; eine Folgemeldung der SWB gibt es am Morgen des 9. Oktober nicht. Ob die Muffen mit den Zwangsbremsungen vom 29. September zu tun haben, sagt die SWB nicht.

    (SWB Bus und Bahn, 08.10.2026)

  3. 07. Oktober 2026

    Seit Ende September nur eine Bahn mehr freigegeben

    Der General-Anzeiger meldet: „Seit Ende September haben die Stadtwerke Bonn in Summe lediglich eine zusätzliche Bahn freigegeben.“ Und weiter: „Mittlerweile steht fest, warum es vergangene Woche zu Notbremsungen auf der Linie 66 gekommen ist.“ Was die Ursache ist und wie viele Bahnen damit insgesamt wieder fahren, ist hier nicht wiedergegeben: der Bericht ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss. Die jüngste eigene Zahl der SWB bleibt 13 freigegebene Bahnen (25. September); eine neuere Meldung der SWB gibt es bis zum 9. Oktober nicht.

    (General-Anzeiger Bonn, 07.10.2026 (Bezahlinhalt))

  4. 05. Oktober 2026

    Herbstferien: 16 und 63 nur noch zwischen Hauptbahnhof und Bad Godesberg

    Keine Krisenfolge, aber eine weitere Einschränkung für die 16 und die 63: Wegen mehrerer Bauarbeiten „wird die Linie 16/63 von Samstag, 17. Oktober, Betriebsbeginn bis Montag, 2. November, Betriebsbeginn getrennt.“ In dieser Zeit „verkehren“ die Linien 16/63 „nur zwischen Bonn-Hauptbahnhof und Bad Godesberg Stadthalle“. Zwischen Köln-Ubierring und Bonn-Hauptbahnhof fährt „ein Bahnersatzverkehr (Linie 116) mit Gelenkbussen“, bestellt von den Kölner Verkehrsbetrieben. Gebaut wird unter anderem an den Gleisen zwischen Ubierring und Hersel, am Tausendfüßler der A565 und an der Weichenanlage in Tannenbusch Mitte.

    (SWB Bus und Bahn, 05.10.2026)

  5. 02. Oktober 2026

    Haushaltsklausur: kein dichterer Takt für die 66, keine 63 nach Buschdorf

    Keine Krisenfolge, aber eine Entscheidung über die Bahnen der nächsten Jahre: Auf ihrer Haushaltsklausur am 2. Oktober hat die Stadtspitze zwei Stadtbahnprojekte aufgegeben. Radio Bonn meldet: „Keine Taktverdichtung auf der heutigen Stadtbahnlinie 66 und keine Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 nach Buschdorf“. Der WDR bestätigt: „Man verzichte etwa auf die Taktverdichtung der Stadtbahnlinie 66 und auf den Ausbau der Linie 63 bis nach Buschdorf.“ Beschlossen hat das der Verwaltungsvorstand; ob und wann der Rat darüber entscheidet, ist hier nicht wiedergegeben. Die Pressemitteilung der Stadt war für uns nicht abrufbar.

    (Radio Bonn, 03.10.2026)

  6. 01. Oktober 2026

    Die SWB antwortet auf die IFG-Anfrage — ohne die Unterlagen

    Gut zehn Wochen nach dem Antrag vom 20. Juli und wenige Stunden nach einer weiteren Mahnung beantwortet der Stadtwerke-Konzern die Fragen der Informationsfreiheitsanfrage. „Maßgeblich waren technische Auffälligkeiten an Fahrwerkskomponenten“, darunter „systemische Beschädigungen an Presssitzen der Getriebe- und Radscheibenverbindungen“ und die „Verwendung falscher Radsatzwellen bei der Serie „Zweiterstellung““. „Eine konkrete Entgleisungsgefahr bestand nicht.“ Weil sich die Mängel „in der Kürze der Zeit“ keinem einzelnen Fahrzeug zuordnen ließen, seien vorsorglich alle betroffenen Wagen außer Betrieb genommen worden; den Ausschlag gab eine vertiefte Sonderprüfung am 16. Juli. Zum Stand: „Aktuell ist die Untersuchung für die 5. Serie abgeschlossen“, für die Zweiterstellung und die 4. Serie laufe sie parallel. „Derzeit kann kein verlässliches Datum zur vollständigen Wiederaufnahme benannt werden.“ Neue Bahnen: drei Vorserienfahrzeuge im ersten Halbjahr 2027, Serienlieferung ab dem dritten Quartal 2028, 37 Fahrzeuge bis Ende 2029 — 15 davon ersetzen die 4. Serie, „die nur bis 2029 betrieben werden darf“. Die Unterlagen, auf die der Antrag zuletzt beschränkt war — TAB-Bescheid vom 23. Juli, Mängelliste, Prüfkonzept —, liegen der Antwort nicht bei.

    (FragDenStaat, Anfrage 376422, Antwort der SWB vom 01.10.2026)

  7. 01. Oktober 2026

    Linie 66: Zwangsbremsungen auf dem Weg nach Siegburg

    Der General-Anzeiger meldet: „Eine Stadtbahn der Linie 66 hat am Dienstag auf dem Weg von Bonn nach Siegburg mehrere technisch ausgelöste Zwangsbremsungen gemacht.“ Fahrgäste seien „laut einem Augenzeugen sichtlich erschrocken“ gewesen; „Die Ursache ist noch unklar.“ Ob es einer der wieder freigegebenen Wagen war, wie die Überschrift („Nach Wiederfreigabe“) nahelegt, und was die SWB dazu sagt, ist hier nicht wiedergegeben: der Bericht ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss. Eine eigene Meldung der SWB dazu gibt es bis zum 2. Oktober nicht.

    (General-Anzeiger Bonn, 01.10.2026 (Bezahlinhalt))

September 2026

  1. 30. September 2026

    Leihbahnen gehen zurück nach Köln

    Der General-Anzeiger meldet: „Die Stadtwerke Bonn haben erneut Bahnen gemietet, um Lücken im Fahrplan zu schließen. Am Wochenende müssen sie zurück nach Köln.“ Und weiter: „Die Freigabe der stillgelegten Bonner Stadtbahnen läuft langsamer als erwartet.“ Wie viele Bahnen es sind, auf welchen Linien sie fahren und was im internen Zeitplan der SWB steht, auf den sich der Bericht beruft, ist hier nicht wiedergegeben: der Bericht ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss. Eine eigene Meldung der SWB dazu gibt es bis zum 30. September nicht.

    (General-Anzeiger Bonn, 30.09.2026 (Bezahlinhalt))

  2. 28. September 2026

    Heussallee: ab 9. Oktober kein Halt Richtung Bad Godesberg

    Keine Krisenfolge, aber eine Einschränkung für die 16 und die 63: Nach Gleis 1 wird an der Haltestelle „Heussallee/Museumsmeile“ nun das Gleis Richtung Bad Godesberg saniert. „Die Arbeiten beginnen am Freitag, 9. Oktober, 2 Uhr und dauern voraussichtlich bis Freitag, 20. November, 4 Uhr an.“ (Die SWB hat den Beginn nachträglich vom 8. auf den 9. Oktober verschoben, ohne die Meldung als Korrektur zu kennzeichnen.) Solange „passieren die Stadtbahnen den Haltepunkt „Heussallee/Museumsmeile“ ohne Stopp“; wer dort aussteigen will, fährt bis „Ollenhauerstraße“ und zurück. Nebenbei bestätigt die SWB den Ersatzverkehr auf der 66: „Auf der Linie 66 gibt es in diesem Bereich aktuell noch einen Bahnersatzverkehr mit Bussen.“

    (SWB Bus und Bahn, 28.09.2026)

  3. 25. September 2026

    13 Bahnen zurück, externe Hilfe in der Werkstatt

    „Drei weitere Fahrzeuge der fünften Serie sind im Laufe der Woche freigegeben worden, insgesamt sind damit 13 zurück auf der Strecke.“ In der Werkstatt helfen inzwischen sechs externe Mitarbeitende, dazu bis zu vier Prüfer für die zerstörungsfreien Prüfverfahren, bis eigenes Personal geschult ist. Eine Hebebühne des Betriebshofs Beuel schafft zusätzlichen Platz, denn freigegebene Wagen müssen „alle 9000 Kilometer einer erneuten Ultraschallprüfung unterzogen werden“. Nächster Meilenstein bleibt der Bescheid für die Fahrzeuge der Zweiterstellung „Anfang Oktober“. An den Linien ändert sich nichts: Das nächste Verkehrs-Update kommt erst, wenn der Ersatzverkehr zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf endet.

    (SWB Bus und Bahn, 25.09.2026)

  4. 25. September 2026

    Rhein-Sieg-Kreis prüft Regress

    Der General-Anzeiger meldet, dass der Rhein-Sieg-Kreis Regress prüft: „Der Rhein-Sieg-Kreis soll für die Stadtbahn-Krise mitzahlen.“ Der Grünen-Politiker Ingo Steiner „hält dagegen: Der Betriebsführer sei verantwortlich“, und ob der angekündigte Fahrplan ab November realistisch sei, „bezweifelt er stark“. Um welchen Betrag es geht und wer ihn fordert, ist hier nicht wiedergegeben: der Bericht ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss.

    (General-Anzeiger Bonn, 25.09.2026 (Bezahlinhalt))

  5. 25. September 2026

    Am 3. und 4. Oktober endet die 66 in Rhöndorf

    Keine Krisenfolge, aber eine Ausnahme vom Sonntagsbetrieb der 66: „Wegen Kanalarbeiten, die die Stadt Bad Honnef unterhalb der Gleistrasse der Linie 66 durchführt, wird die Bahnstrecke für zwei Zeiträume im September/Oktober getrennt.“ Werktags fährt auf diesem Abschnitt ohnehin der BE66, betroffen sind deshalb zunächst nur der Feiertag und der Sonntag: „Am Feiertag, 3. Oktober, und Sonntag, 4. Oktober, enden die von Siegburg/Bonn kommenden Bahnen bereits an der Haltestelle ‚Rhöndorf‘.“ Von dort fährt der BE66 über „Am Spitzenbach“ nach „Bad Honnef Stadtbahn“. Über eine zweite Sperrung im Oktober will die SWB gesondert informieren.

    (SWB Bus und Bahn, 25.09.2026)

  6. 24. September 2026

    VCD: persönliche Konsequenzen und Entschädigung für Fahrgäste

    Der Verkehrsclub Deutschland erneuert seine Forderungen: „Kleine Fortschritte bei der Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnen sind erkennbar, aber das Grundproblem, nämlich das Systemversagen, ist weiterhin ungelöst.“ Die Geschäftsführung müsse „die Gesamtverantwortung übernehmen. Das schließt auch persönliche Konsequenzen nicht aus.“ Die Stadt als Eigentümerin solle „über finanzielle Kürzungen nachdenken“, und für Kundinnen und Kunden mit Deutschlandticket der SWB gilt: „Es sollte möglich sein, die Kosten für das Ticket für mindestens zwei Monate zu erstatten.“ Es ist die Position eines Verbands, keine Zusage von SWB oder Stadt.

    (VCD Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, Pressemitteilung, 24.09.2026)

  7. 23. September 2026

    Roadmap: reguläres Bahnangebot bis Ende November

    In ihrer vierten gemeinsamen Sondersitzung erhalten die Aufsichtsräte von SWB GmbH und SWB Bus und Bahn die am 8. September eingeforderte Roadmap. „Demnach sollen bis Ende November wieder ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um das reguläre Bahnangebot fahren zu können.“ Als nächster Meilenstein gilt Anfang Oktober: „Dann wird der erforderliche Bescheid für die Fahrzeuge der sogenannten Zweiterstellung erwartet. Anschließend sollen im Oktober die Voraussetzungen für die Wiederinbetriebnahme von Fahrzeugen der vierten Serie geschaffen werden.“ Aufsichtsratsvorsitzender David Lutz: „Wir werden sie an den dargestellten Schritten und deren Umsetzung messen.“ Damit ersetzt ein neuer Zeitrahmen die Einschätzung „bis voraussichtlich Ende September“ vom 2. September. Eine Zahl heute fahrender Bahnen nennt die Meldung nicht.

    (SWB Bus und Bahn, 23.09.2026)

  8. 23. September 2026

    Kosten der Außerbetriebnahme: rund 3,5 Millionen Euro

    Erstmals nennt die SWB eine Summe: „Die bislang ermittelten Kosten im Zusammenhang mit der Außerbetriebnahme belaufen sich aktuell auf rund 3,5 Millionen Euro. Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen.“ Die Aufsichtsräte haben „monatliche Berichte zur Kostenentwicklung eingefordert“, und „bei Abweichungen vom Zeitplan sollen die Aufsichtsräte umgehend informiert werden“. Die unabhängige Untersuchung durch die Kölner Kanzlei läuft weiter.

    (SWB Bus und Bahn, 23.09.2026)

  9. 22. September 2026

    Aufsichtsräte erwarten einen verlässlichen Zeitplan

    Zwei Wochen nach der Frist vom 8. September berichtet der General-Anzeiger, SWB-Verkehrschefin Anja Wenmakers solle „den Aufsichtsräten am Mittwoch einen verlässlichen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme der Bahnen präsentieren, die seit zwei Monaten stillgelegt sind", und: „Das Vertrauen einiger Aufsichtsratsmitglieder in die Managerin schwindet." Die Sitzung ist damit für den 23. September angekündigt. Was der Bericht darüber hinaus enthält, ist hier nicht wiedergegeben: er ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss. SWB und Stadt haben seit der Meldung vom 21. September nichts zur Stadtbahn veröffentlicht.

    (General-Anzeiger Bonn, 22.09.2026 (Bezahlinhalt, nur Anriss))

  10. 21. September 2026

    Das nächste Update erst, wenn der BE68 endet

    Die tägliche Taktung der Krisenkommunikation endet: „Das nächste Update erfolgt, sobald der Bahnersatzverkehr zwischen Bonn Hauptbahnhof und Ramersdorf zurückgefahren werden kann." Bis dahin nennt die SWB weder Termin noch Zahl — die „Prüfungen der letzten Bahnen aus der fünften Serie dauern an", und SWB Bus und Bahn sowie SSB bereiten „alle notwendigen Unterlagen vor, um eine Zusage für die Wiederinbetriebnahme der zweiterstellten Bahnen zu erhalten". Das ist die erste Erwähnung einer nächsten Fahrzeugtranche seit Beginn der Krise; wie viele Wagen sie umfasst und wann sie kommen soll, steht nicht da. Zwei Änderungen in der Linienübersicht stehen ohne Ankündigung da. Erstens fehlt die 63 in der Aufzählung der nicht bedienten Linien: Wo am 20. September „Die Linien 63, 67 und 68 werden derzeit nicht bedient" stand, heißt es jetzt „Die Linien 67 und 68 werden derzeit nicht bedient", ergänzt um „Einzelne Fahrten der Linie 16 verkehren in den Morgen- und Nachmittagsstunden als 63. Sie sind regulär an den Haltestellen und in der Fahrplanauskunft angegeben." Ein Regelbetrieb der 63 ist das nicht, ein Nullbetrieb aber auch nicht mehr. Zweitens ist der Sonntagssatz zurück, und diesmal als Dauerzustand statt für einen einzelnen Tag: „Sonntags und an Feiertagen ist die Linie 66 zwischen Siegburg und Bad Honnef mit Bahnen gemäß Sonntagsfahrplan unterwegs. Die gesamte Strecke wird mit Bahnen bedient, es fahren keine Busse als Ersatzverkehr." Alles andere bleibt: BE68 zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf, nachts wegen der Sanierung der Telekom-Fußgängerbrücke an der B9 umgeleitet, BE66 ab Ramersdorf Richtung Königswinter und Bad Honnef, die 67 „entfällt ersatzlos". Neu ist ein Ratschlag, der nebenbei die Lage auf der Linie 16 beschreibt: Wer „volle Wagen der Linie 16" meiden wolle, könne „den Bahnersatzverkehr BE68 bis zur Haltestelle Olof-Palme-Allee […] nutzen, denn die Busse sind in der Regel nicht so voll wie die Bahnen".

    (swb-busundbahn.de, 21.09.2026)

  11. 21. September 2026

    Drei Tage vor der Ratssitzung: die Große Anfrage fehlt weiter

    Eigene Abfrage des OParl-Spiegels, keine Pressemeldung. Die Tagesordnung der Ratssitzung am 24. September ist seit dem 11. September von 144 auf 156 Punkte gewachsen — die am 31. August vertagte Große Anfrage zur Außerbetriebnahme der 60 Fahrzeuge ist keiner davon. 21 Tage nach der Vertagung und drei Tage vor der nächsten Ratssitzung steht sie weiterhin in genau den zwei Tagesordnungen, in denen sie vertagt wurde, und in keiner dritten. Beide dieser Sitzungen — Finanzausschuss am 9., Mobilitätsausschuss am 15. September — stehen unverändert auf „eingeladen“ und führen kein Ergebnisprotokoll. Jüngste krisenbezogene Drucksache bleibt die Stellungnahme vom 4. September, seit 17 Tagen; keine der fünf Informationsfreiheitsanfragen hat sich seit dem 16. September bewegt. Vorbehalt: die Suche greift auf Titel und Drucksachennummer, nicht auf den Volltext.

    (OParl-Abfrage der Ratssitzung 24.09.2026, erhoben am 21.09.2026)

  12. 20. September 2026

    Die zehnte Bahn — und der Park&Ride-Platz Vilich ist wieder frei

    „Die zehnte Bahn der fünften Serie hat die Freigabe für den Fahrgastbetrieb erhalten. Auch sie ist im Einsatz, wenn ab Montag, 21. September, die Bahnen auf der Linie 66 wieder zwischen Hauptbahnhof und Siegburg fahren.“ Dieselbe Meldung beschreibt den ersten Tag ohne BE67 Linie für Linie: die 16 „läuft wie geplant mit Unterstützung der KVB“, die 18 hat „regulären Bahnverkehr, bei dem die KVB mit Fahrzeugen unterstützt“, auf der 66 „pendeln Bahnen“ zwischen Hauptbahnhof und Siegburg, zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf fahren weiter Busse als BE68, ab Ramersdorf der BE66 Richtung Königswinter und Bad Honnef. „Die Linien 63, 67 und 68 werden derzeit nicht bedient“, die 67 „entfällt ersatzlos“. Eine Folge steht nur hier: „Der Park&Ride-Platz in Vilich kann mit Wegfall des BE67 wieder genutzt werden. Hinweise auf Parkverbote dort gelten nicht mehr.“ Und eine Einschränkung bleibt: Nachts wird der BE68 wegen der Sanierung der Telekom-Fußgängerbrücke an der Friedrich-Ebert-Allee (B9) umgeleitet.

    (swb-busundbahn.de, 20.09.2026)

  13. 19. September 2026

    Zwei Ausschusssitzungen zur Krise — und kein Protokoll zu beiden

    Eigene Abfrage des OParl-Spiegels, keine Pressemeldung. Die Große Anfrage zur Außerbetriebnahme der 60 Fahrzeuge steht in genau zwei Tagesordnungen: beim Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe am 9. September und beim Ausschuss für Mobilität und Verkehr am 15. September — beide Male zusammen mit der Vertagungsbitte, die sie vertagt hat. Eine dritte Sitzung, die sie neu aufruft, gibt es nicht: 19 Tage nach der Vertagung hat sie keinen Termin. Beide Sitzungen haben stattgefunden, und beide stehen weiter auf „eingeladen“, ohne Ergebnisprotokoll — die des Finanzausschusses zehn Tage danach. Der Befund vom 16. September war also nicht das Versäumnis eines Ausschusses, sondern die übliche Latenz: Was im Ausschuss zur Krise gesagt wird, ist im Ratsinformationssystem auf absehbare Zeit nicht nachlesbar. Jüngste krisenbezogene Drucksache bleibt die Stellungnahme vom 4. September; keine der fünf Informationsfreiheitsanfragen hat sich seit dem 16. September bewegt. Vorbehalt: die Suche greift auf Titel und Drucksachennummer, nicht auf den Volltext.

    (OParl-Abfrage der Sitzungen zu 261576, erhoben am 19.09.2026)

  14. 18. September 2026

    Die neunte Bahn beendet den ersten Ersatzverkehr

    Zum ersten Mal seit dem 1. September wird eine Einschränkung zurückgenommen statt verlängert: „Mit Freigabe der neunten Bahn […] endet der Bahnersatzverkehr zwischen Vilich und Siegburg“ am Montag, 21. September. Die Linie 66 fährt dann „im Zehn-Minuten-Takt zwischen den Haltestellen ‚Hauptbahnhof‘ und ‚Siegburg Bahnhof‘“, und „alle Fahrten der Linie 66 sind mit Doppelwagen geplant“. Es ist genau die Etappe, die die SWB am Vortag als erste angekündigt hatte. Was bleibt, sagt dieselbe Meldung: „Der Bahnersatzverkehr BE68 zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf sowie der BE66 zwischen Ramersdorf und Bad Honnef kann vorerst nicht beendet werden. Hierfür reicht die Kapazität der freigegebenen Bahnen noch nicht aus.“ Die Linien 63, 67 und 68 werden weiterhin nicht bedient, die 67 „entfällt ersatzlos“. Und ein Satz ist zurück, der am 14. und 15. September gefehlt hatte: „Am Sonntag, 20. September, können alle Linien gemäß Sonntagsfahrplan mit Bahnen bedient werden.“

    (swb-busundbahn.de, 18.09.2026)

    Im Lagebild: Update 18.9.2026: Die 66 fährt ab Montag wieder von Bonn bis Siegburg

  15. 17. September 2026

    Acht Bahnen — und zum ersten Mal die Reihenfolge des Ausstiegs

    Nach der siebten Freigabe am 16. September verstärkt am 17. September „insgesamt acht Bahnen“ den Fahrgastbetrieb. Wichtiger als die Zahl ist, was die SWB an diesem Tag erstmals festlegt: in welcher Reihenfolge der Ersatzverkehr enden soll — „im ersten Schritt den Bahnersatzverkehr zwischen Vilich und Siegburg (BE67) zu beenden und danach zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf (BE68) sowie zwischen Ramersdorf und Bad Honnef (BE66)“. Warum mehr Fahrzeuge nicht sofort weniger Busse bedeuten, steht ebenfalls zum ersten Mal da: Die SWB muss „auch Vereinbarungen für die Kölner Linien 16 und 18 nachkommen und dort Fahrzeuge stellen“, und „außerdem braucht es weitere Bahnen im Depot, falls Fahrzeuge repariert oder routinemäßig überprüft werden müssen“. Am Vortag hatte die SWB zudem einen eigenen Engpass angekündigt: Weil die Ultraschallprüfungen künftig eigenes Personal übernehmen soll, muss die Werkstatt „zertifiziert geschult“ werden — mit der Folge, dass an manchen Tagen weniger als zwei Fahrzeuge freigegeben werden.

    (swb-busundbahn.de, 17.09.2026)

  16. 16. September 2026

    Nachgemessen: der zweitnasseste Kirmes-Sonntag seit 1958

    Die Stadt erklärt das Minus von 200.000 Menschen mit einem einzigen Tag und beruft sich dabei auf einen kommerziellen Wetterdienst. Also nachgemessen, an amtlichen Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes: Am Kirmes-Sonntag, 13. September, fielen an der Station Köln/Bonn 27,0 Millimeter Regen — der zweitnasseste Kirmes-Sonntag in 69 lückenlosen Jahren, nasser war nur der 10. September 1972 mit 33,4 Millimetern. Der Median aller 69 Kirmes-Sonntage liegt bei null: trocken ist der Normalfall. Die ortsnähere Station Königswinter-Heiderhof misst 24,2 Millimeter, Platz 1 ihrer Reihe. Nass war nur dieser eine der fünf Markttage — er trägt an beiden Stationen mehr als vier Fünftel des gesamten Kirmes-Niederschlags, und der Dienstag war mit 28,1 Grad der wärmste Markttag. Der Kirmes-Sonntag 2025 war mit 0,1 beziehungsweise 0,6 Millimetern praktisch trocken, bei rund 950.000 Besucherinnen und Besuchern. Aufschlussreicher ist 2024: über die fünf Markttage fiel damals fast so viel Regen wie 2026 (27,8 gegen 32,4 Millimeter), aber verteilt und mit trockenem Sonntag — und es kamen rund 900.000 Menschen. Nicht die Regenmenge der Kirmes unterscheidet die Jahrgänge, sondern ob sie auf den Sonntag fällt. Drei Jahrgänge sind allerdings kein Nachweis, sondern eine Illustration. Belegt ist damit die Voraussetzung der städtischen Erklärung, nicht ihr Anteil: Zahlen pro Kirmestag veröffentlicht die Stadt nicht, also lässt sich nicht messen, wie sich die fehlenden Besucherinnen und Besucher auf die fünf Tage verteilen. Über die Stadtbahnkrise sagt der Regen nichts — ein nasser Sonntag und ein eingeschränkter ÖPNV schließen einander nicht aus.

    (Eigene Messung an DWD-Stationsdaten (02667, 00603), erhoben am 16.09.2026)

  17. 16. September 2026

    Der Bericht im Ausschuss ist gehalten — aktenkundig ist er nicht

    Eigene Abfrage des OParl-Spiegels, keine Pressemeldung: Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr hat am 15. September getagt, TOP 9.1 war der „Mündliche Bericht der Verwaltung und der SWB zum Sachstand der ‚Stilllegung von 60 Stadtbahnwagen‘“. Einen Tag später trägt der Tagesordnungspunkt weder ein Ergebnis noch einen Beschlusstext, die Sitzung steht weiter auf „eingeladen“ und führt kein Ergebnisprotokoll. Ein mündlicher Bericht erzeugt keine Drucksache — wer den Sachstand vom 15. September nachlesen will, findet ihn im Ratsinformationssystem nicht. Jüngste krisenbezogene Drucksache bleibt die Stellungnahme vom 4. September; alle fünf Informationsfreiheitsanfragen sind acht Wochen nach der Stilllegung unbeantwortet. Vorbehalt: die Suche greift auf Titel und Drucksachennummer, nicht auf den Volltext.

    (OParl-Abfrage der AMV-Sitzung 15.09.2026, erhoben am 16.09.2026)

  18. 15. September 2026

    Fünf Bahnen sind frei — und die Sonntagszusage steht nicht mehr da

    Vier Tage, drei Freigaben: nach den beiden Wagen vom 11. September kommen am Montag, 14. September, zwei weitere hinzu, am Dienstag, 15. September, ein fünfter. Die SWB: „Die fünf freigegebenen Fahrzeuge stabilisieren den Verkehr auf allen Stadtbahnlinien“, vor allem beim „stark nachgefragten Pendelverkehr der Linie 66 zwischen Bonn Hauptbahnhof und Vilich“; seit dem 14. September können auch „Ausfälle auf der Linie 16 […] kompensiert werden“. Die Einschränkungen selbst sind unverändert: 63, 67 und 68 „werden derzeit nicht bedient“, „die Linie 67 entfällt ersatzlos“, BE66, BE67 und BE68 fahren. Ein Satz fehlt jetzt allerdings in beiden Updates, der vorher in jedem stand: dass sonn- und feiertags alle Linien mit Bahnen fahren. Was daraus folgt, sagt die SWB nicht.

    (swb-busundbahn.de, 15.09.2026)

  19. 15. September 2026

    200.000 Besucher weniger auf Pützchens Markt — die Stadt nennt den Regen

    „Nach Schätzungen von Stadt und Schaustellern“ kamen rund 750.000 Menschen, 2025 waren es rund 950.000 — ein Minus von etwa einem Fünftel. Die Stadt nennt dafür eine Ursache, und es ist nicht die Stadtbahnkrise: „Vor allem aufgrund des verregneten Sonntags – laut dem Wetterdienst donnerwetter.de war es einer der nassesten Kirmestage seit Jahrzehnten“. Marktleiterin Kathrin Krumbach: „Für die Schaustellerinnen und Schausteller bedeutet das erhebliche Umsatzeinbußen“ — eine Zahl dazu nennt die Stadt nicht. Zum Verkehr zwei getrennte Befunde: die „Nordbrückensperrung sorgte […] für einige Verschiebungen im Anreiseverkehr“, mehr Menschen kamen mit dem Rad; und die SWB ist „zufrieden mit dem Verlauf“ — Sonderlinien, Linie 66 und Bahnersatzverkehre waren freitag- und samstagabends „sehr stark ausgelastet“, „Alle Fahrgäste konnten befördert werden, aber durch das hohe Besucheraufkommen kam es zu Stau und Verspätungen.“ Wie viel die Krise zum Rückgang beigetragen hat, sagt keine öffentliche Quelle — die Stadt schreibt ihn ihr an keiner Stelle zu.

    (bonn.de, Bilanz Pützchens Markt 2026, 15.09.2026)

  20. 14. September 2026

    Die Aufsicht antwortet — und bittet um Zeit

    Erste Reaktion der Aufsichtsseite auf eine der fünf Informationsfreiheitsanfragen: Das Dezernat 25 (Verkehr, Energieleitungen) der Bezirksregierung Düsseldorf bestätigt den Eingang der Anfrage nach allen TAB-Anordnungen zur Stilllegung und Wiederinbetriebnahme seit dem 21. Juli — und kündigt an, die Bearbeitung werde „aufgrund der Komplexität der gewünschten Informationen, voraussichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als die in § 5 Abs. 2 Satz 1 IFG NRW genannte Monatsfrist“. Gebühren seien möglich. Wann die Anordnungen öffentlich werden, ist damit weiter offen; die Stadt und die SWB haben auf ihre Anfragen vom 20. Juli bis heute nicht geantwortet.

    (FragDenStaat, Anfrage 379531, Antwort der Bezirksregierung vom 14.09.2026)

  21. 13. September 2026

    Von Bad Honnef schneller über die 62 — und die DB als Ausweg

    Die SWB gibt Reisenden auf dem BE66-Abschnitt einen Rat: ab „Oberkassel Süd/Römlinghoven“ zu Fuß in die Linie 62 wechseln (rund sieben Minuten), die „relativ staufrei“ über Beuel und die Kennedybrücke in die City fährt; Richtung Bad Godesberg und Bundesviertel ab Ramersdorf den BE68. Erstmals nennt die SWB den Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn („SEV RE8“, Bad Honnef–Ramersdorf) als Alternative zum eigenen Angebot. Die Betriebslage bleibt: K5000-Pendel zwischen Vilich und Hauptbahnhof, verstärkt durch die beiden freigegebenen Wagen; BE66, BE67 und BE68 fahren; „Die Linien 63, 67 und 68 werden derzeit nicht bedient“, „Die Linie 67 entfällt ersatzlos.“

    (swb-busundbahn.de, 13.09.2026)

  22. 13. September 2026

    IFG-Anfrage an die SWB: zum zweiten Mal überfällig

    Die Anfrage vom 20. Juli an den Stadtwerke-Konzern — inzwischen beschränkt auf den TAB-Bescheid vom 23. Juli, die Liste der zwölf Mängel und das Prüfkonzept — ist erneut aus der Frist gelaufen. Nachdem die SWB am 24. August den Eingang bestätigt und wegen der Änderung eine neue Frist reklamiert hatte, mahnt der Antragsteller jetzt zum zweiten Mal: „Sie haben die Frist mittlerweile um vier Tage überschritten.“ Eine inhaltliche Antwort gibt es acht Wochen nach der Stilllegung nicht.

    (FragDenStaat, Anfrage 376422, Nachricht vom 13.09.2026)

  23. 11. September 2026

    Die ersten beiden Bahnen sind zurück auf der Strecke

    Sieben Wochen nach der Stilllegung fahren am Freitagmittag erstmals wieder zwei freigegebene Stadtbahnen der fünften Serie — in Doppeltraktion zwischen Hauptbahnhof und Vilich, pünktlich zum Beginn von Pützchens Markt. Die SWB nennt erstmals eine Reihenfolge für das Weitere statt eines Datums: „Wenn ausreichend weitere Bahnen freigegeben sind, wird zunächst der Bahnersatzverkehr zwischen Vilich und Siegburg abgelöst.“ Wann, soll ein Verkehrs-Update im Lauf der kommenden Woche sagen. Am Kirmessonntag, 13. September, bedient die Linie 66 den kompletten Weg Siegburg–Bad Honnef mit je zwei Bahnen. Unverändert: 63, 67 und 68 werden nicht bedient, BE67 ersetzt Siegburg–Vilich, BE68 Hauptbahnhof–Ramersdorf.

    (swb-busundbahn.de, 11.09.2026)

  24. 11. September 2026

    Die vertagte Große Anfrage steht nicht auf der nächsten Tagesordnung

    Eigene Abfrage des OParl-Spiegels, keine Pressemeldung: seit der Stellungnahme vom 4. September ist im Ratsinformationssystem keine neue Drucksache zu "Stadtbahn", "SWB" oder "Stadtwerke" erschienen. Die Tagesordnung der Ratssitzung am 24. September führt die BBB-Anfrage zur Stilllegung als TOP 1.14 — die am 31. August vertagte Große Anfrage der Ratsgruppe BSW/SBI zur Außerbetriebnahme steht dagegen nicht darauf und hat damit keinen neuen Termin. Vorbehalt: die Suche greift auf Titel und Drucksachennummer, nicht auf den Volltext.

    (OParl-Abfrage der Ratssitzung 24.09.2026, erhoben am 11.09.2026)

    Im Ratsinformationssystem: Große Anfrage BSW/SBI: Außerbetriebnahme von 60 Stadtbahnfahrzeugen — vertagt, ohne neuen Termin (in OParl-Liste)

  25. 10. September 2026

    Pützchens Markt fällt in die Krise

    Sonderlinien bringen Besucherinnen und Besucher vom Hauptbahnhof, aus Bad Godesberg, Oberdollendorf und Siegburg zum Jahrmarkt, zusätzlich zu den normalen Buslinien. Der Ersatzverkehr läuft unverändert weiter: BE67 zwischen Siegburg und Vilich, BE68 zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf, die Linien 63, 67 und 68 bleiben ausgesetzt, volles Bahnangebot gibt es nur sonn- und feiertags. Konkrete Kapazitätszusagen für das Marktwochenende nennt die SWB nicht.

    (swb-busundbahn.de, 10.09.2026)

  26. 09. September 2026

    Sicherheitsdienst bewacht die stillgelegten Gleise

    Unbekannte hatten im Frühjahr 2026 während des Bahnersatzverkehrs auf der Linie 66 Kabel herausgerissen und entwendet — der Ersatzverkehr verlängerte sich dadurch bis zum 1. Juli. Seither patrouilliert ein Sicherheitsdienst die nicht befahrenen Abschnitte rund um die Uhr von montags bis samstags und meldet Unregelmäßigkeiten direkt an die Leitstelle. Sonntags entfällt die Bewachung, weil die Linie 66 dann mit Bahnen fährt.

    (swb-busundbahn.de, 09.09.2026)

  27. 08. September 2026

    Aufsichtsräte setzen eine Frist: 14 Tage für ein belastbares Konzept

    In der dritten gemeinsamen Sondersitzung seit Krisenbeginn beschließen die Aufsichtsräte von Stadtwerke Bonn und SWB Bus und Bahn, dass die Geschäftsführung binnen 14 Tagen ein detailliertes Konzept mit Umsetzung, Zeitplan und Verantwortlichkeiten vorlegt; danach treten sie erneut zusammen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Bonn: "Nach knapp zwei Monaten Stadtbahnkrise reichen Absichtserklärungen nicht mehr aus." Die Vorsitzende des Aufsichtsrats der SWB Bus und Bahn: "Es sollen täglich geprüfte Stadtbahnen in Betrieb genommen werden." Eine externe, unabhängige Untersuchung der Informationsflüsse und Entscheidungswege rund um die Stilllegung hat begonnen; personelle Konsequenzen werden bei bestätigten "gravierenden Versäumnissen, Fehlentscheidungen oder Pflichtverletzungen" ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

    (swb-busundbahn.de, 08.09.2026)

  28. 07. September 2026

    Mehr Personal an den Umstiegspunkten — auf Kundenrückmeldungen hin

    Ab Dienstag unterstützt Fahrdienst-Personal den Service- und Kontrolldienst bei der Fahrgastlenkung an Hauptbahnhof/ZOB, in Ramersdorf und in Vilich. Die SWB begründet das ausdrücklich mit Rückmeldungen beim Kundendialog: es gebe "Verbesserungsbedarf bei der Abwicklung und auch Orientierung vor Ort". Verhindert werden soll unter anderem, dass ein übervoller Bus Vilich verlässt, während der zweite Ersatzbus wenige Minuten später ankommt. Am P&R Vilich wurde das externe Sicherheitspersonal abgezogen, die Parkverbotsschilder stehen jetzt.

    (swb-busundbahn.de, 07.09.2026)

  29. 07. September 2026

    VCD fordert Entschädigung für Fahrgäste

    Der Verkehrsclub Deutschland verlangt Konsequenzen aus der Stadtbahnkrise und eine Entschädigung für Fahrgäste — neben den Ratsanfragen die erste organisierte Forderung aus Nutzersicht. Was der VCD im Einzelnen fordert, ist hier nicht wiedergegeben: der Bericht ist Bezahlinhalt, belegbar sind Überschrift und Anriss.

    (Bonner Rundschau, 07.09.2026)

  30. 06. September 2026

    Angekündigte Ausfälle auf 16 und 18 nach 90 Minuten zurückgezogen

    Um 16:30 Uhr kündigt SWB für Montag Ausfälle auf den Linien 16 und 18 an, um 18 Uhr nimmt das Unternehmen die Ankündigung zurück: die betroffenen Bahnen konnten repariert werden. Die Meldung trägt einen Transparenzhinweis auf die zurückgezogene Fassung. Am Sonntag fuhr die Linie 66 planmäßig mit Bahnen, ab Montag gilt wieder BE66/BE67/BE68.

    (swb-busundbahn.de, 06.09.2026)

  31. 04. September 2026

    Verwaltung antwortet auf die erste Ratsanfrage — nach 35 Tagen

    Die Stadtverwaltung veröffentlicht ihre Stellungnahme zur BBB-Anfrage "Stilllegung von 60 Stadtbahnen" (Drucksache 261416-01 ST). Zwischen der Anfrage vom 31. Juli und der Antwort liegen 35 Tage.

    (Ratsinformationssystem, Drucksache 261416-01 ST, 04.09.2026)

    Im Ratsinformationssystem: Drucksache 261416-01 ST (in OParl-Liste)

  32. 04. September 2026

    Linie 18: Bahnersatz an weiteren Wochenenden bis November

    Restarbeiten an der Fahrleitung zwischen Dransdorf und Bonn West trennen die Linie 18 vom 4. September bis Montagmorgen — und danach an weiteren Wochenenden bis in den November (2.–4.10., 9.–11.10., 6.–8.11., 13.–15.11., 20.–22.11., dazu 18.–20.9. und 25.–27.9. ab Alfter). SWB kündigt an, interne Abläufe zu optimieren, "um zukünftig rechtzeitiger zu kommunizieren".

    (swb-busundbahn.de, 04.09.2026)

  33. 03. September 2026

    Bahnersatzverkehr läuft — sonntags fährt die 66 wieder mit Bahnen

    Der Bahnersatzverkehr BE66/BE67/BE68 ist seit dem 2. September in Betrieb und gilt bis auf Weiteres. Eine Ausnahme: sonntags reichen die Fahrzeuge für den Sonntagsfahrplan, dann fährt die Linie 66 durchgehend mit Bahnen. Der P&R-Parkplatz Vilich ist für die Wendefahrten gesperrt; Nadelöhr bleibt die Kennedybrücke, empfohlen wird die Linie 62 bis Oberkassel.

    (swb-busundbahn.de, 03.09.2026)

  34. 03. September 2026

    Aufsichtsakten angefragt: alle TAB-Anordnungen seit dem 21. Juli

    Bei der Bezirksregierung Düsseldorf gehen zwei wortgleiche Auskunftsersuchen nach sämtlichen Anordnungen und Verfügungen der Technischen Aufsichtsbehörde zu Fahrzeugen des Typs B bei SWB und SSB seit dem 21. Juli 2026 ein. Frist: 6. Oktober 2026.

    (FragDenStaat, Anfrage 379531, 03.09.2026)

  35. 02. September 2026

    Stadt und SWB: "Verlässlicher Stand statt Prognosen"

    Stadt (OB Déus, Fark, Wiesner), Aufsichtsratsvorsitzende (Lutz, Rübo) und SWB-Geschäftsführung (Westphal, Wenmakers, Winterwerp) verständigen sich auf "verlässlichen Stand statt Prognosen". Einschränkungen werden bis voraussichtlich Ende September erwartet — Prognosen zur Fahrzeugrückkehr gibt es ausdrücklich keine.

    (swb-busundbahn.de, 02.09.2026)

  36. 02. September 2026

    Ein Konzert weicht der Werkstatt

    Das Beethovenfest-Konzert von „Roomful of Teeth“ am 12. September zieht aus der Stadtbahnhalle Dransdorf in die Bundeskunsthalle um — die Werkstatthalle bleibt Werkstatt. SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers: „Ihnen in dieser Situation zusätzlich den Umbau einer Werkstatthalle für ein Konzert abzuverlangen, kommt für uns nicht infrage. […] Ein Konzert können wir verlegen. Die Arbeit an unseren Stadtbahnen jedoch nicht.“ Beginn, Programm und gekaufte Karten bleiben gültig.

    (bonn.de (Pressemitteilung der SWB), 02.09.2026)

  37. 02. September 2026

    Grüne im Rhein-Sieg-Kreistag: „völliges Versagen des Managements“

    Erste parteipolitische Forderung von außerhalb des Bonner Rats — und sie kommt vom Mitgesellschafter: der Rhein-Sieg-Kreis hält 49,9 % der SSB, der die Linien 66, 68 und 18 gehören. Fraktionsvorsitzender Ingo Steiner schildert die Zustände aus eigener Anschauung („Was den Fahrgästen von der SWBV zugemutet wird, habe ich Dienstagmorgen um 8 Uhr in der Linie 66 nach Siegburg selber erlebt“), Ratsmitglied Rolf Beu fragt, was in den sechs Wochen Sommerferien konkret unternommen wurde. Der Vorwurf an die Stadt Bonn: Wenn ein Management in der Krise überfordert sei, müsse der Eigentümer handeln — die Bonner Verwaltungsspitze sei stattdessen „völlig abgetaucht“.

    (GRÜNE im Kreistag Rhein-Sieg, 02.09.2026)

  38. 01. September 2026

    Freigegebenes Fahrzeug erneut aus dem Verkehr gezogen

    Das zuvor freigegebene Fahrzeug wird wegen Prüfungen an den Radscheiben erneut ausgemustert. Die Flotte besteht aus K5000-Wagen plus 3 KVB-Doppeleinheiten; die Linien 63, 67, 68 fahren nicht, Linie 66 pendelt Vilich–Hbf, Ersatzverkehr BE66/BE67/BE68, Linie 16 nahezu normal, Linie 18 mit KVB-Unterstützung, an Sonn-/Feiertagen voller Schienenverkehr.

    (swb-busundbahn.de, 01.09.2026)

August 2026

  1. 31. August 2026

    Zweites Fahrzeug in Freigabe, Ziel von zwei Wagen/Tag verfehlt

    Ein zweites Fahrzeug befindet sich in der Freigabe. "Das Ziel von zwei Wagen pro Tag wird derzeit nicht erreicht." Die Linien 63, 67 und 68 fahren ab dem 2. September nicht, Ersatzverkehr BE66/BE68 startet am 2. September.

    (swb-busundbahn.de, 31.08.2026)

  2. 31. August 2026

    Beantwortung der Großen Anfrage vertagt

    Eine Vertagungsbitte zur Großen Anfrage 261576 (Drucksache 261576-01 ST) verschiebt die Beantwortung.

    (Ratsinformationssystem, Drucksache 261576-01 ST, 31.08.2026)

    Im Ratsinformationssystem: Drucksache 261576-01 ST (in OParl-Liste)

  3. 30. August 2026

    Auskunftsersuchen an das NRW-Verkehrsministerium

    Eine Anfrage zur Stadtbahninbetriebnahme bei der SWB geht an das NRW-Verkehrsministerium. Das Ministerium gibt sie am 3. September an die Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 25, ab — die Technische Aufsichtsbehörde.

    (FragDenStaat, Anfrage 379264, 30.08.2026)

  4. 28. August 2026

    Erstes Fahrzeug wieder freigegeben

    Das erste Fahrzeug der 5. Serie (B-Wagen) wird wieder in Betrieb genommen; die Zulassung für die beiden anderen Serien steht noch aus. Ultraschall- und Sichtprüfung dauern bis zu 12 Stunden je Fahrzeug, bislang wurden keine Risse gefunden.

    (swb-busundbahn.de, 28.08.2026)

  5. 26. August 2026

    Die unabhängige Untersuchung bekommt einen Namen

    Nachgetragen, weil die Zeile vom 8. September die Untersuchung nennt, aber nicht den Auftragnehmer: Die Aufsichtsräte der Stadtwerke Bonn GmbH und von SWB Bus und Bahn beauftragen die Kölner Kanzlei „CMS Hasche Sigle“ mit der „unabhängigen Untersuchung der Informations- und Entscheidungsabläufe im Zusammenhang mit der Außerbetriebnahme der 60 Stadtbahnfahrzeuge“. „Der Beschluss erfolgte einstimmig per Umlauf“ — also ohne Sitzung. Untersucht wird, wer wann welche Information hatte. David Lutz, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Bonn GmbH: „Wir wollen die Abläufe strukturiert und unabhängig aufarbeiten“; es gehe um Informationsfluss und Entscheidungswege, nicht um individuelle Schuld. Der Auftrag liegt damit 13 Tage vor der Sondersitzung, die den Beginn der Prüfung meldete.

    (swb-konzern.de, 26.08.2026)

  6. 20. August 2026

    Große Anfrage BSW/SBI zu Ursachen und Beteiligungsmanagement

    Die Ratsgruppe BSW/SBI stellt eine Große Anfrage zur Außerbetriebnahme der 60 Stadtbahnfahrzeuge (Drucksache 261576) — gefragt wird nach Ursachen, Krisenmanagement, finanziellen Auswirkungen und den Konsequenzen für das Beteiligungsmanagement der Bundesstadt Bonn.

    (Ratsinformationssystem, Drucksache 261576, 20.08.2026)

    Im Ratsinformationssystem: Drucksache 261576 (in OParl-Liste)

  7. 12. August 2026

    KVB-Leihfahrzeuge auf 14 reduziert

    Die Kölner KVB reduziert ihre Leihfahrzeuge auf 14 — "letztmalig und längstens bis zum 26. August".

    (stadtwerkekoeln.de, 12.08.2026)

    Im Lagebild: Bonner Stadtbahnen: Vermutlich dauert es länger (12.08.2026), Wie läuft die Prüfung der 60 Bonner Stadtbahnen? (13.08.2026)

  8. 07. August 2026

    Sonder-Aufsichtsratssitzung: Befunde schlimmer als kommuniziert

    Rund vierstündige Sondersitzung des Aufsichtsrats: die TAB-Befunde sind schlimmer als bislang kommuniziert. Eine externe Prüfung der internen Kommunikation wird beauftragt, dazu ein zweiwöchiger Inspektionszyklus und Dreischicht-Werkstattbetrieb.

    (antenne.nrw, 07.08.2026)

Juli 2026

  1. 31. Juli 2026

    Erste Ratsanfrage: BBB fragt nach der Stilllegung

    Zehn Tage nach der Stilllegung stellt die Fraktion BBB die erste Anfrage im Rat: "Stilllegung von 60 Stadtbahnen" (Drucksache 261416).

    (Ratsinformationssystem, Drucksache 261416, 31.07.2026)

    Im Ratsinformationssystem: Drucksache 261416 (in OParl-Liste)

  2. 23. Juli 2026

    Ursache: Radsatzwellen und Dokumentationslücken

    Radsatzwellen aus den 1970er-Jahren in Fahrzeugen der 4. Serie, Dokumentationslücken bei Presssitzen, nicht zugelassene Getriebeteile, verschlissene Federspeicherbremsen. Drei weitere Fahrzeuge werden sofort ausgemustert, die Rückkehr wird für Mitte August erwartet.

    (bonn.de, 23.07.2026)

  3. 21. Juli 2026

    60 von 75 Stadtbahnwagen aus dem Verkehr gezogen

    Entscheidung vom 20. Juli gemeinsam mit dem TAB: Fahrzeuge der Baureihen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren betroffen, es fahren nur noch Einzelwagen statt Doppeltraktionen, Linie 68 wird eingestellt. Die KVB leiht 20 Fahrzeuge.

    (bonn.de, 21.07.2026)

  4. 20. Juli 2026

    Zwei Auskunftsersuchen — einen Tag vor der Bekanntmachung

    Noch am Tag der Entscheidung gehen über FragDenStaat zwei Auskunftsersuchen ein: eines an die Stadt Bonn zum Krisenmanagement der Task Force Nordbrücke nach dem Ausfall eines Großteils der Stadtbahnflotte, eines an die Stadtwerke Bonn zur Außerbetriebnahme wegen festgestellter Materialermüdung. Beide Fristen liefen am 22. August ab, beide sind unbeantwortet.

    (FragDenStaat, Anfrage 376422, 20.07.2026)

Ersatzverkehr

Bus-Ersatzverkehr für ausgefallene Stadtbahn- und Straßenbahnlinien wird als „BE“ plus Liniennummer beschildert (derzeit BE66 und BE68) oder als „61 Ersatzverkehr“ / „62 Ersatzverkehr“. Den aktuellen Stand der Wiederinbetriebnahme meldet die SWB laufend auf ihrer Statusseite zur Wiederinbetriebnahme, geänderte Linienführungen listet die Seite Geänderte Linienführung. Für die DB-Korridorsanierung Troisdorf–Unkel organisiert die DB InfraGO einen eigenen Ersatzverkehr mit einheitlicher „Verkehrspurpur“-Kennzeichnung, siehe die Pressemitteilung der Stadt Bonn.

Die Stadtbahn-Krise 2026

Doppeltraktion aus zwei rot-weissen Stadtbahnwagen vom Typ B der SWB auf der Linie 66 Richtung Siegburg Bf, an der Haltestelle Bonn Ollenhauerstrasse
Ein Stadtbahnwagen vom Typ B, Linie 66, Haltestelle Ollenhauerstraße, Juni 2024. Aus dieser Baureihe stammen die 60 stillgelegten Wagen. Foto: DieserLars, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Am 21. Juli 2026 mussten 60 der 75 Stadtbahnwagen der SWB aus dem Verkehr gezogen werden — betroffen ist vor allem die Baureihe der 1970er- bis 1990er-Jahre. Seit dem 1. September 2026 fahren die Linien 67 und 68 gar nicht mehr, die 63 seit dem 21. September 2026 wieder mit einzelnen Fahrten; der Ersatzverkehr lief zunächst mit Bussen der Linien BE66/BE67/BE68, seit dem 21. September 2026 noch mit BE66 und BE68. Nach dem Krisengespräch vom 2. September 2026 rechneten Stadt und SWB mit Einschränkungen bis voraussichtlich Ende September 2026; seit dem 23. September 2026 gilt ein neuer Zeitrahmen: das reguläre Bahnangebot bis Ende November 2026 (siehe unten). Prognosen zur Rückkehr einzelner Fahrzeuge gibt es weiterhin keine. (Quelle, Quelle, Quelle)

Am 8. September 2026 haben die Aufsichtsräte von Stadtwerke Bonn und SWB Bus und Bahn in ihrer dritten Sondersitzung eine Frist gesetzt: binnen 14 Tagen soll die Geschäftsführung ein Konzept mit Umsetzung, Zeitplan und Verantwortlichkeiten vorlegen. Eine externe, unabhängige Untersuchung der Informationsflüsse und Entscheidungswege läuft; personelle Konsequenzen werden nicht ausgeschlossen. Beauftragt wurde sie schon am 26. August 2026, „einstimmig per Umlauf“ und damit ohne Sitzung: die Kölner Kanzlei CMS Hasche Sigle soll klären, wer wann welche Information hatte (Quelle). Damit war der Maßstab nicht mehr ein Datum, sondern ein Plan — die Einschätzung „bis voraussichtlich Ende September“ stammte aus der Woche davor und wurde erst mit der Roadmap vom 23. September ersetzt. (Quelle)

Am 11. September 2026 sind die ersten beiden Fahrzeuge der fünften Serie zurück auf der Strecke — in Doppeltraktion zwischen Hauptbahnhof und Vilich. Das ist der erste sichtbare Fortschritt seit dem 1. September, und die SWB nennt dazu erstmals eine Reihenfolge statt eines Datums: zuerst soll der Ersatzverkehr zwischen Vilich und Siegburg abgelöst werden, sobald genügend Bahnen freigegeben sind. (Quelle)

Danach geht es in kleinen Schritten weiter: zwei weitere Wagen am 14. September, ein fünfter am 15. September, zwei am 16. und einer am 17. September. Die SWB nennt zwei Bahnen pro Werktag ausdrücklich einen „Orientierungswert“ — das Prüfkonzept verlangt zusätzlich „alle zwei Tage Sichtprüfungen an bereits freigegebenen Wagen“, und weil die Ultraschallprüfungen künftig eigenes Personal übernehmen soll, muss die Werkstatt erst „zertifiziert geschult“ werden. (Quelle)

Am 18. September 2026 wurde mit der neunten Bahn zum ersten Mal seit dem 1. September eine Einschränkung zurückgenommen statt verlängert: Der Ersatzverkehr BE67 zwischen Vilich und Siegburg endete am Montag, 21. September, die Linie 66 fährt seither wieder im Zehn-Minuten-Takt mit Doppelwagen zwischen Hauptbahnhof und Siegburg Bahnhof. Es ist genau die Etappe, die die SWB einen Tag zuvor als erste von dreien angekündigt hatte. BE68 und BE66 bleiben: „Hierfür reicht die Kapazität der freigegebenen Bahnen noch nicht aus“ — auch weil die SWB Fahrzeuge für die Kölner Linien 16 und 18 stellen muss und Reserve im Depot braucht. Neun von 60 Wagen waren an diesem Tag die Größenordnung, um die es geht — zwei Monate nach der Stilllegung. (Quelle, Quelle)

Am 20. September 2026 kam die zehnte Bahn dazu, und die SWB beschrieb denselben Tag den ersten Montag ohne BE67 Linie für Linie: auf der 66 „pendeln Bahnen“ zwischen Hauptbahnhof und Siegburg, zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf fährt weiter der BE68 — nachts wegen der Sanierung der Telekom-Fußgängerbrücke an der B9 umgeleitet —, ab Ramersdorf der BE66 Richtung Königswinter und Bad Honnef. Eine Folge steht nur in dieser Meldung: „Der Park&Ride-Platz in Vilich kann mit Wegfall des BE67 wieder genutzt werden.“ Damit sind aus drei Ersatzverkehren zwei geworden — und die Linien 63, 67 und 68 fuhren an diesem Tag weiterhin nicht. (Quelle)

Am 21. September 2026 endet die tägliche Berichterstattung: „Das nächste Update erfolgt, sobald der Bahnersatzverkehr zwischen Bonn Hauptbahnhof und Ramersdorf zurückgefahren werden kann.“ Dieselbe Meldung nennt zum ersten Mal eine nächste Fahrzeugtranche — SWB und SSB bereiten „alle notwendigen Unterlagen vor, um eine Zusage für die Wiederinbetriebnahme der zweiterstellten Bahnen zu erhalten“, ohne Zahl und ohne Termin. Und sie ändert zwei Dinge an der Linienübersicht: Die 63 steht nicht mehr unter den nicht bedienten Linien, weil „einzelne Fahrten der Linie 16 […] in den Morgen- und Nachmittagsstunden als 63“ verkehren — ein Regelbetrieb ist das nicht. Sonntags und an Feiertagen fuhr die 66 zwischen Siegburg und Bad Honnef von da an wieder auf ganzer Strecke mit Bahnen, „es fahren keine Busse als Ersatzverkehr“. (Quelle)

Am 23. September 2026 legte die Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn den Aufsichtsräten in deren vierter gemeinsamer Sondersitzung die am 8. September eingeforderte Roadmap vor — einen Tag nach Ablauf der 14-Tage-Frist. Ihr Kern ist wieder ein Datum: „Demnach sollen bis Ende November wieder ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um das reguläre Bahnangebot fahren zu können.“ Die Etappen dahin: „Anfang Oktober“ wird der Bescheid für die Fahrzeuge der „sogenannten Zweiterstellung“ erwartet, „anschließend sollen im Oktober die Voraussetzungen für die Wiederinbetriebnahme von Fahrzeugen der vierten Serie geschaffen werden“. Zum ersten Mal nennt die SWB auch eine Summe: Die Kosten der Außerbetriebnahme belaufen sich „aktuell auf rund 3,5 Millionen Euro. Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen.“ Die Aufsichtsräte verlangen monatliche Kostenberichte und sofortige Nachricht bei Abweichungen vom Zeitplan; die unabhängige Untersuchung der Kölner Kanzlei läuft weiter. Wie viele Bahnen an diesem Tag fuhren, sagt die Meldung nicht. (Quelle)

Am 25. September 2026 nennt die SWB wieder eine Zahl: „Drei weitere Fahrzeuge der fünften Serie sind im Laufe der Woche freigegeben worden, insgesamt sind damit 13 zurück auf der Strecke.“ Um das Tempo zu halten, holt sie sich Hilfe von außen — sechs externe Mitarbeitende in der Werkstatt, dazu bis zu vier Prüfer für die zerstörungsfreien Prüfverfahren, bis eigenes Personal geschult ist — und nutzt zusätzlich eine Hebebühne des Betriebshofs Beuel, weil freigegebene Wagen „alle 9000 Kilometer einer erneuten Ultraschallprüfung unterzogen werden müssen“. An den Linien ändert das noch nichts: Das nächste Verkehrs-Update kündigt die SWB erst für das Ende des Ersatzverkehrs zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf an. (Quelle)

Am selben Tag kündigt die SWB eine Ausnahme vom Sonntagsbetrieb der 66 an, die mit der Krise nichts zu tun hat: Wegen Kanalarbeiten der Stadt Bad Honnef unter der Gleistrasse „enden die von Siegburg/Bonn kommenden Bahnen“ am Feiertag, 3. Oktober, und Sonntag, 4. Oktober, „bereits an der Haltestelle ‚Rhöndorf‘“; nach Bad Honnef fährt an diesen beiden Tagen der BE66. Über eine zweite Sperrung desselben Abschnitts im Oktober will die SWB gesondert informieren. (Quelle)

Am 12. Oktober 2026 folgt die angekündigte zweite Sperrung: Die Bahnstrecke nach Bad Honnef ist von Samstag, 17. Oktober, Betriebsbeginn bis Dienstag, 27. Oktober, 3 Uhr gesperrt; weil der Abschnitt werktags ohnehin mit Bussen bedient wird, endet die 66 nur am Sonntag, 18. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober in Rhöndorf, weiter fährt der BE66. (Quelle)

Am 14. Oktober 2026 meldet die SWB das 17. und 18. Fahrzeug der fünften Serie zurück; die letzten beiden Bahnen dieser Baureihe werden vorerst nicht zur Freigabe vorgestellt, weil die Reparatur unverhältnismäßig teuer wäre. Am selben Tag gingen die Unterlagen für die erste bis vierte Serie der B-Wagen gemeinsam bei der Technischen Aufsichtsbehörde ein: Statt erst die Zweiterstellung abzuwarten, wird nur noch ein Bescheid beantragt, um Zeit zu sparen. Der für „Anfang Oktober“ erwartete Bescheid für die Zweiterstellung (siehe 23. September) wird in der Meldung nicht als erteilt genannt. Das Ziel der SWB war damals: ab dem 19. Oktober wieder Bahnen auf dem Ast Hauptbahnhof–Ramersdorf, ohne Ersatzbusse dort, sofern der Bescheid und die Prüfungen in der Werkstatt es zulassen; das Teilstück Ramersdorf–Bad Honnef sollte „bis Ende November“ folgen. (Quelle)

Zwei Tage später, am 16. Oktober 2026, nahm die SWB dieses Ziel zurück: Der BE68 fährt „bis auf Weiteres“, weil bis Montag „noch nicht ausreichend freigegebene Stadtbahnen zur Verfügung stehen“. Als Grund nennt sie zusätzliche Prüf- und Arbeitsaufwände, etwa rund 30 Stunden mehr Arbeit pro Fahrzeug bei den aufgearbeiteten Bahnen aus den 1970er Jahren. „Ein verlässliches Datum für das Ende des Bahnersatzverkehrs zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf kann SWB Bus und Bahn derzeit noch nicht nennen.“ Neue Angaben hat sie für „Anfang der kommenden Woche“ angekündigt. (Quelle)

Zahlen

92 Mio.

Fahrgäste (SWB + SSB)

Stand: 2019(älter als ein Jahr) · SWB: Leistungsqualität 2023

83 % / 84 %

Bahn/Bus pünktlich (Ziel NVP: 80 %, ≤3 Min. Verspätung)

Stand: 2022(älter als ein Jahr) · SWB: Leistungsqualität 2023

60 von 75

Stadtbahnwagen seit 21.07.2026 aus dem Verkehr gezogen

Stand: 21. Juli 2026 · bonn.de, 21.07.2026

≈ 56.000

Fahrgäste täglich auf Linie 66

Stand: unbekannt · Wikipedia: Stadtbahn Bonn

−78,7 Mio. €

Ergebnis Sparte Mobilität

Stand: Geschäftsjahr 2025 · bonn.de, 18.08.2026

bis 2045

Laufzeit des öffentlichen Dienstleistungsauftrags (öDA)

Stand: Beteiligungsbericht 2023(älter als ein Jahr) · Stadt Bonn: Beteiligungsbericht 2023

Eine öffentliche Zeitreihe der Fahrgastzahlen nach Tag oder Wochentag gibt es nicht.

DB-Regional- und Fernverkehr bei Bonn: Verspätungen nach Wochentag

n = Abfahrtsmeldungen mit Echtzeitdaten, Basis des Anteils.

Zahlen als Tabelle
TagAnteil verspätetMedian Verspätung (Median der Messfenster)Echtzeitmeldungen (n)
Mo12,7 %0 min83.487
Di11,2 %0 min96.659
Mi13,9 %0 min89.408
Do14,3 %0 min86.261
Fr15,2 %0 min87.968
Sa10,7 %0 min80.698
So10,3 %0 min70.885

DB-Regional-, S-Bahn- und Fernverkehr an 10 Bahnhöfen im Raum Bonn, gemessen von lage.bonn über efa.vrr.de, Verspätung ab 5 Minuten, Zeitraum 28.08.2026–23.10.2026. Keine SWB-Stadtbahn-Daten — die SWB veröffentlicht keine solche Reihe.

Ratsvorlagen

Stadtrat nach Antragsteller
84

Mit Bezug zum ÖPNV

Wie Entscheidungen nachvollziehbar sind

Wer in der Krise entscheidet, lässt sich an drei Stellen nachlesen — und an einer entscheidenden Stelle nicht.

Im Rat: beraten und protokolliert

Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr hat die Krise am 15. September 2026 behandelt: unter TOP 9.1 stand ein mündlicher Bericht der Verwaltung und der SWB zum Sachstand der „Stilllegung von 60 Stadtbahnwagen“, dazu die drei Anfragen aus dem Rat (Tagesordnung). Der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe hatte dieselbe Große Anfrage am 9. September 2026 unter dem Beteiligungs-Aspekt auf der Tagesordnung; ob und wie sie dort behandelt wurde, steht erst in der Niederschrift (Tagesordnung) — und die gibt es zwölf Tage danach immer noch nicht: Auch diese Sitzung steht im OParl-Spiegel weiter auf „eingeladen“ und führt kein Ergebnisprotokoll (Abfrage vom 21.09.2026). Die Große Anfrage selbst, am 31. August vertagt, steht in keiner weiteren Tagesordnung — auch nicht in der der Ratssitzung am 24. September 2026, die inzwischen 156 Punkte umfasst (Abfrage vom 21.09.2026). Einen neuen Termin hatte sie 21 Tage später nicht. Am 8. Oktober 2026 stand sie dann als TOP 1.1 auf der Tagesordnung des Finanzausschusses und wurde erneut vertagt; auch diese Sitzung steht im OParl-Spiegel auf „eingeladen“, ohne Ergebnisprotokoll (im OParl-Spiegel, abgefragt am 19.10.2026).

Weil TOP 9.1 mündlich vorgetragen wurde, gibt es dazu keine Vorlage — und einen Tag später ist das auch messbar: der Tagesordnungspunkt trägt weder ein Ergebnis noch einen Beschlusstext, die Sitzung steht im OParl-Spiegel weiter auf „eingeladen“ und führt kein Ergebnisprotokoll (Abfrage vom 16.09.2026). Das ist kein Versäumnis dieses einen Ausschusses, sondern die übliche Latenz — der Finanzausschuss steht seit dem 9. September genauso da. Was dort gesagt wurde, existiert danach nur in der Niederschrift der Sitzung. Die Stadt veröffentlicht diese Protokolle als PDF über ihr Ratsinformationssystem — maschinenlesbar über eine OParl-Schnittstelle, die auf den Seiten der Stadt nicht erwähnt wird.

Im Aufsichtsrat: nicht nachvollziehbar

Die Sondersitzung des Aufsichtsrats vom 7. August 2026, über die die Presse berichtete, kommt im Ratsinformationssystem nicht vor. Vier SWB-Gremien sind dort zwar geführt — Aufsichtsrat der Stadtwerke Bonn GmbH, Aufsichtsrat der Verkehrs-GmbH, Gesellschafterversammlung und Konsortialausschuss —, aber ohne eine einzige Sitzung. Verzeichnet ist nur, wen der Rat entsandt hat, nie, was beschlossen wurde.

Das ist kein Versäumnis, sondern die Rechtslage: Eine GmbH tagt nichtöffentlich, und die städtischen Vertreterinnen und Vertreter unterrichten den Rat nach § 113 GO NRW nur über „Angelegenheiten von besonderer Bedeutung“. Das öffentliche Rechenschaftsinstrument ist der Beteiligungsbericht nach § 117 GO NRW. Zuletzt erschienen ist der Bericht für 2024; der für 2025 lag am 4. September 2026 noch nicht vor.

Bei der SWB: Meldungen, keine Unterlagen

Die Statusseite zur Wiederinbetriebnahme ist die einzige offizielle Chronologie des Unternehmens. Sie verlinkt Ersatzfahrpläne als PDF — aber keine Prüfberichte, keine Gutachten und keine Bescheide der Aufsichtsbehörde. Die aktuellen Meldungen sind Pressemitteilungen: Aufsichtsratsbeschlüsse erscheinen dort nur, wenn das Unternehmen sie selbst veröffentlicht.

Wer die Bahnen beaufsichtigt

Ob eine Stadtbahn fahren darf, entscheidet nicht die SWB. Zuständig ist die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) — für sämtliche in Nordrhein-Westfalen beheimateten Straßenbahn- und Obusbetriebe die Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 25. Sie wird als Bauordnungsbehörde, Betriebsaufsichtsbehörde und Zulassungsbehörde für Schienenfahrzeuge tätig. Nicht die Bezirksregierung Köln, die für Bonn sonst die Kommunalaufsicht führt.

Ihre Rolle geht über das Genehmigen hinaus. Nach § 5 Abs. 1 BOStrab führt die TAB „die erforderlichen Prüfungen durch und trifft die notwendigen Anordnungen“ — und Entscheidungen anderer Behörden, welche die Sicherheit des Straßenbahnbetriebs berühren können, dürfen nur im Einvernehmen mit ihr getroffen werden. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist damit Mitentscheiderin, nicht bloß Empfängerin von Unterlagen.

Ihre Akten sind grundsätzlich zugänglich: Als Landesbehörde unterliegt sie dem Informationsfreiheitsgesetz NRW, und sie hat vergleichbare Unterlagen schon herausgegeben — 2025 die Inbetriebnahmegenehmigung der Škoda-Straßenbahn 41T (teilweise), 2022 den TAB-Bericht zur „Geisterfahrt“ der Linie 66. Zur Krise 2026 liegen ihr seit dem 3. September zwei Anfragen vor.

Was ist die SWB?

Holding der Unternehmensgruppe ist die Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), deren einziger Gesellschafter die Bundesstadt Bonn zu 100 % ist (Wikipedia).

Über die Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (58,47 % SWB, 41,53 % Beteiligungsgesellschaft Bonn/Rhein-Sieg) hält die Gruppe 100 % der Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, die unter der Marke „SWB Bus und Bahn“ auftritt (Beteiligungsbericht 2023).

Die SSB (Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises) gehört zu 50,1 % der SWB-Verkehrs-GmbH und zu 49,9 % dem Rhein-Sieg-Kreis; die Betriebsführung liegt seit 2004 bei der SWB, die SSB ist Eigentümerin der Konzessionen, Fahrzeuge und Infrastruktur der Linie 66 (Beteiligungsbericht 2023).

Grundlage des Betriebs ist ein öffentlicher Dienstleistungsauftrag (öDA) nach VO (EG) 1370/2007, den die Stadt Bonn SWB und SSB erteilt hat — Laufzeit bis 18. Dezember 2045 (Beteiligungsbericht 2023).

Vorsitzender des Konzern-Aufsichtsrats ist seit dem 7. Januar 2026 David Lutz; Oberbürgermeister Guido Déus ist seit dem 16. Dezember 2025 Mitglied des Aufsichtsrats, aber nicht dessen Vorsitzender (Geschäftsbericht 2025).

Die Stadtbahnlinien 16 und 18 teilt sich die SWB mit der Kölner KVB, deren Fahrzeuge dort überwiegen (Wikipedia). Für die Tarife ist der VRS zuständig (Wikipedia).

Den Ersatzverkehr für die Stadtbahn/Straßenbahn verantwortet die SWB, mit Bussen der Bezeichnung „BE“ plus Liniennummer (BE66/BE68, bis zum 20. September 2026 auch BE67) — den Schienenersatzverkehr für die DB- Korridorsanierung dagegen organisiert die DB InfraGO (swb-busundbahn.de, bonn.de).

Quellen